Reisen mit einem Wohnmobil heißt Freiheit genießen
An einem Ort mit atemberaubender Aussicht aufzuwachen ist für viele Grund genug, mit einem Wohnmobil zu verreisen. Doch wer die Gemeinschaft liebt, mietet sich eine Parzelle auf dem Campingplatz.
Mit einem Wohnmobil Urlaub zu machen bedeutet alles andere als Luxus. Der Komfort beschränkt sich auf spärliches Mobiliar und simpelste Sanitäreinrichtungen. Der Innenraum eines Wohnmobils erinnert an eine Puppenstube, nur dass alle Einrichtungsgegenstände am Boden festgeschraubt sind. Die meisten Wohnmobile bestehen aus einem Innenraum, einer Art Wohnzimmer mit einer winzigen Küchenzeile. Oben drüber, quasi im zweiten Stock, ist eine Schlafkammer montiert, die exakt den Platz eines Doppelbettes bietet und auch kaum höher ist.
Trotz dieser beengten Verhältnisse gibt es Tausende, die zu allen Jahreszeiten weite Reisen mit ihrem Wohnmobil unternehmen. Unabhängig von Fahrplänen und Hotelbuchungen vermittelt der Trip mit dieser fahrbaren Unterkunft das Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Wohnmobilisten freuen sich über ruhige Plätze an schönen Seeufern und genießen morgens gerne als erstes die atemberaubende Aussicht auf Bergtäler. Dennoch ist die freie Wahl des Standortes inzwischen stark eingeschränkt worden. Meistens stehen die schönsten Orte unter Naturschutz, und Campen, auch mit dem Wohnmobil, wird von den örtlichen Behörden oftmals untersagt. Bleiben die Campingplätze. Sie sind nicht gerade Orte der Einsamkeit und so mancher Erholungsuchende wird statt von Vogelgezwitscher von lärmenden Kindern und Kochtöpfen geweckt. Viele Wohnmobilfans aber suchen gerade die Gemeinschaft. Gerne tauschen sie Erfahrungen aus mit ihren Nachbarn auf der Parzelle neben ihnen, man grillt gemeinsam und die Kinder finden Anschluss. Auch sind Besucher eines Campingplatzes geschützt vor Einbrüchen und Überfällen.
Doch das hat seinen Preis. Die Standmiete auf Plätzen in exponierter Lage und eigenen sanitären Anlagen kostet genau so viel wie ein Doppelzimmer mittlerer Preisklasse in einer Großstadt.
Die Vorläufer des Wohnmobils reichen zurück auf die Gründungsjahre des Automobils. Das Auto war gerade erfunden, da wurde 1908 schon der erste Caravan Club in Großbritannien gegründet. Im Vergleich zu den heutigen Modellen waren die "Reiseautos" regelrecht luxuriös. Großzügige Aufbauten aus Holz mit seitlichen Balkonen wurden an das Heck der ersten Automobile montiert. Bis in die 70'er Jahre wurde der Markt für den fahrbaren Wohnuntersatz allerdings von Wohnwägen dominiert. Diese Minizimmer ohne eigenen Antrieb, angehängt an den PKW, bestimmten lange Zeit das Bild der Campingplätze weltweit.